Checkliste für den Wohnungskauf

Mit Blick auf die zur Zeit gerade wieder steil ansteigenden Wohnungsmieten besonders in Ballungsräumen, kann die Entscheidung für einen Wohnungskauf viele Vorteile mit sich führen. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir uns schon seit längerer Zeit in einem extremen, ja historischen Zinsminimum befinden, was nicht immer so bleiben wird, und dadurch ist es möglich, Darlehenszinsen deutlich unter 3 Prozent auszuhandeln, und zwar ohne Abschluss eines langwierigen und bedingungsvollen Bausparvertrages. Um aber beim Wohnungskauf nicht in eine böse Falle zu laufen, mag die folgende Checkliste eine Hilfestellung bieten:

1 Wohnlage
Gar nicht mal so sehr die bauliche Qualität oder das Baujahr des Hauses entscheidet über den Preis und über den Wiederverkaufswert einer Eigentumswohnung, sondern vielmehr ihre besondere Lage bestimmt ihren Verkehrswert. Eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel bei gleichzeitiger Nähe zu einem Park oder See und dennoch kurzer Distanz zum Zentrum einer Großstadt sind sehr beliebte Kriterien, die fast garantieren, dass der Wert dieser Wohnung weiter steigen wird. Lassen Sie sich deshalb nicht sofort vom Preis abschrecken, prüfen Sie zunächst die allgemeine Bewertung der Wohnlage, denn Sie können mit einer günstigeren Wohnung in einer unbeliebten Wohngegend einen deutlichen Verlust machen.

2 Maklerkosten / Courtage
Auch für diesen durchaus erheblichen Kostenpunkt gibt es keine eindeutigen, verbindlichen Regelungen. Früher war es so, dass allein der Käufer die gesamte Makler-Courtage aufzubringen hatte. Üblicher ist heute inzwischen eine gerechte Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer. In einigen Fällen werden diese Kosten sogar allein vom Verkäufer übernommen. Im Falle eines Käuferanteils lohnt es sich meistens, den Eintritt in eine Verhandlung mit dem Makler zumindest zu versuchen. Oftmals ist es so, dass der Makler schon recht lange versucht, die Wohnung zu verkaufen. Das bedeutet für ihn immer wieder Ortstermine zu vereinbaren, was mit Kosten verbunden ist. Wenn sich dann endlich die Chance des Verkaufs aufzeigt, neigen manche Makler dazu, die Motivation des Käufers mit einem Nachlass (nicht nur des Wohnungspreises) zu steigern.

3. Grundbuch- und Notarkosten
Die vorgeschriebene Eintragung des Besitzwechsels in das Grundbuch und die Kosten für den Notar sind feste Bestandteile eines Immobilenkaufs und in der Praxis eigentlich nicht verhandelbar.

4. Baudarlehen
Wie oben angedeutet, sind Darlehen für einen Wohnungskauf heute sehr günstig zu haben. Dennoch sollte man auch Wohneigentum nicht ganz ohne Eigenkapital kaufen. Ein Anteil von ca. 20% sollte es im Minimum schon sein. Den größeren Rest muss man sich nicht unbedingt von seiner kontoführenden Filialbank leihen. Hier lohnt es sich sehr, Vergleichsangebote einzuholen. Viele Direktbanken sind in der Lage, unschlagbare Angebote vorzulegen. Die monatlichen Kosten für die Eigentumswohnung setzen sich dann zusammen aus dem Tilgungs- und dem Zinsanteil. Je kleiner der Tilgungsanteil ist, desto länger dauert die Rückzahlung des eigentlichen Kredits, und desto mehr Zinsen zahlen Sie in der Summe über die gesamte Laufzeit.

5. Hausgeld
Im monatlich anfallenden Hausgeld, das nichts zu tun hat mit der Finanzierung des Wohneigentums, sind die laufenden Kosten enthalten, die für die gesamte Wohnanlage anfallen: Müllentsorgung, ggf. Fernheizung, Hausmeister, Wohnungsverwaltung, Grünflächenpflege, Rücklagen für Dachreparaturen usw.. Gerade auf die Rücklagen sollte man etwas achten. Der Makler muss Sie über die finanzielle Situation der Wohnanlage informieren. Falls da kaum Rücklagen auszuweisen sind, bedeutet dies, dass Sie im Falle einer größeren Reparatur plötzlich und anteilig zur Kasse gebeten werden können. Mit anderen Worten: Falls Ihnen der monatliche Hausgeldanteil etwas hoch vorkommen mag, muss das nicht unbedingt an einer schlechten Kalkulation durch die Hausverwaltung liegen, vielleicht steckt auch ein besonders hoher Rücklagenanteil dahinter, was nicht schlecht sein muss.

Wenn Sie diese 5-Punkte Checkliste etwas beherzigen, kommen Sie einem fairen Wohnungskauf ein ganzes Stück näher.   

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